Geschlossene Fonds: Wie verlässlich ist der Zweitmarkt heutzutage?

Montag, 13. Februar 2012

Anteilsinhaber geschlossener Fonds gehen eine langjährige Bindung ihres investierten Kapitals ein. Obwohl dies bereits vor der Zeichnung klar sein dürfte, geraten immer wieder Kapitalanleger in die Situation, ihre Anteile doch vorzeitig verkaufen zu müssen. Sei es wegen eines persönlichen Finanzengpasses oder weil die Aussichten der eingegangenen Anlage lange nicht mehr so rosig aussehen wie noch zu Beginn der Investition. Zu Beginn des Aufkommens von geschlossenen Fonds war nach der erfolgten Zeichnung keinerlei Veräußerungsmöglichkeit gegeben. Die Anteile vor Ablauf des jeweiligen Anlagehorizonts zu verkaufen, forderte sogar einige Zeitgenossen zu besonderen Leistungen heraus: So wurden Zeitungsannoncen aufgegeben oder Fondsanteile an Bekannte überschrieben. Nach und nach kamen jedoch zunehmend Versuche auf, einen mehr oder weniger geregelten Markt zu etablieren – was leider bis heute nur teilweise gelang.

So gab es beispielsweise Anläufe verschiedener Börsenplätze wie Hamburg und Düsseldorf, einen solchen Zweitmarkt zu betreiben. Das Problem liegt jedoch in der Natur der Fondsanteile geschlossener Fonds: Die preisliche Bewertung ist extrem schwierig da die Bewertung der Geschäftslage nicht immer eindeutig möglich ist. Ein Anteilseigner wird nur dann verkaufen, wenn er eine schlechte Entwicklung erwartet, da er anderenfalls durch das Halten einen viel größeren Profit erwirtschaftet. Anteile mit bedenklichem Verlauf der Geschäftstätigkeit werden hingegen so gut wie keine Käufer finden. Zur Feststellung einer Bewertung werden Makler benötigt, die ebenfalls nicht kostenlos arbeiten. Somit ist der Verkauf von Anteilen an einem Zweitmarkt – wenn überhaupt – nur mit hohen Verlusten möglich.

Ist die Anlagestreuung durch Superfonds in Krisenzeiten sinnvoll?

Freitag, 13. Januar 2012

In Zeiten krisengeschüttelter Aktien- und Anleihekurse mag es manchen Anleger „in den Fingern jucken“ – er stellt sich die Frage, vielleicht jetzt zu investieren, um nach einer Erholung überproportional zu profitieren. Da es schwierig scheint, einzelne Werte zu selektieren und eher von einer Erholung des gesamten Marktes ausgegangen wird, bietet sich ein Engagement in Superfonds an. Superfonds sind Fonds, die ihrerseits in verschiedenen Investmentfonds anlegen und dabei keinen Beschränkungen auf bestimmte Assetklassen unterliegen.

So können Superfonds beispielsweise in Aktienfonds, Rentenfonds oder auch Derivatefonds investieren – je nach Einschätzung des Fondsmanagements. Superfonds haben so die Chance, auf Marktveränderungen sehr flexibel zu reagieren, ohne dass der einzelne Anleger sich um die Verteilungen und aktuellen Entwicklungen kümmern muss. Die Frage, ob ein Investment in Krisenzeiten sinnvoll ist, kann nur bedingt bejaht werden. Grundsätzlich sollte nie ein einzelnes Investment getätigt werden, da vorher niemals klar sein kann, wann die Abwärtsbewegung zu Ende ist bzw. eine Kurserholung einsetzt.

Wird nun eine größere Summe auf einen Schlag investiert, kann dies bei ungünstiger Entwicklung in der nächsten Zukunft ggf. zu Verlusten führen, die so schnell nicht wieder aufgeholt werden können. Besser ist daher eine gestreute Investition über einen langen Zeitraum hinweg. Superfonds ermöglichen bereits mit sehr geringem Kapitaleinsatz die Partizipation an fundamentalen Entwicklungen. Allerdings sollten die zusammenhängenden Kosten beachtet werden: Gerade bei Superfonds existieren stark unterschiedliche Konditionen, die manchmal zu einer starken Renditeeinbuße führen können – vergleichen ist daher wichtig!

Geschlossene Immobilienfonds und geschlossene Schiffsfonds weiterhin attraktiv

Freitag, 30. Dezember 2011

Geschlossene Fonds sind typischerweise in einem gut diversifizierten und kapitalintensiven Portfolio zu finden. Die „Renner“ unter diesen Anlagen bilden dabei geschlossene Immobilienfonds und geschlossene Schiffsfonds, wobei mittlerweile immer mehr auch die geschlossenen Fonds mit ökologischem Hintergrund (z.B. Investments in Windparks oder Photovoltaikanlagen) partizipieren. Die Attraktivität beziehen diese geschlossenen Fondsarten von den klaren Planvorgaben und den attraktiven, langfristigen Renditen, die zudem noch weitgehend unabhängig von Börsen- und Kapitalmarktentwicklungen sind.

Geschlossene Immobilienfonds investieren dabei in gewerbliche Immobilien wie Bürohochhäuser oder auch Produktionshallen. Je nach Lage und Mietsituation können hier über viele Jahre sichere Mieterträge generiert werden, welche dem Teilhaber als regelmäßige Ausschüttung zugutekommen. Bei Schiffsfonds wird sehr häufig in Container- bzw. Frachtschiffe investiert, die aufgrund der zunehmenden Globalisierung stark an der Zunahme des Welthandelsaufkommens teilhaben. Bei ökologischen Investments spielen neben der Rendite (welche u.a. auch durch gesetzlich festgelegte Subventionen erreicht wird) auch umweltpolitische Gedanken eine Rolle. Die Renditen von geschlossenen Immobilien- oder Schiffsfonds liegen durchaus im oberen einstelligen Prozentbereich.

Wie bei anderen Anlageformen auch, gibt es natürlich auch hier risikoreichere Investmentmöglichkeiten mit entsprechend höheren Renditeerwartungen, weshalb jeder Investor sich vorab ein detailliertes Bild über Chancen und Risiken machen sollte. Die Besonderheit geschlossener Fonds ist, dass ein Engagement eine unternehmerische Beteiligung darstellt und nicht (wie etwa bei offenen Investmentfonds) eine reine anteilige Partizipation an der Gewinnentwicklung. Daher kann bei geschlossenen Fonds durchaus ein höheres Haftungsrisiko bestehen, da der Anleger nicht unbedingt „nur“ das für den Anteilskauf aufgewendete Kapital verlieren kann. Je nach Zusammensetzung des eigenen Portfolios und der persönlichen Risikoneigung kann der Anleger aus einer Vielzahl unterschiedlicher geschlossener Fonds auswählen, um so eine weitgehend börsenunabhängige Risikostreuung für sein Vermögen zu erreichen.